{"id":2113,"date":"2025-10-15T19:37:41","date_gmt":"2025-10-15T16:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/che.camegone.com\/?p=2113"},"modified":"2025-10-15T19:38:55","modified_gmt":"2025-10-15T16:38:55","slug":"heimat-und-ortsmuseum-wiedikon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/che.camegone.com\/de\/museums\/heimat-und-ortsmuseum-wiedikon\/","title":{"rendered":"Heimat- und Ortsmuseum Wiedikon"},"content":{"rendered":"<p>Adresse: Steinstrasse 8, 8003 Z\u00fcrich<\/p>\n<h1 id=\"ha1708\" class=\"title\"><span class=\"wysiwyg-font-size-36\">Geschichte<\/span><\/h1>\n<div class=\"contentgroup__heading \">\n<p id=\"ha1708\" class=\"title\"><strong><span class=\"wysiwyg-font-size-28\">Bauarch\u00e4ologische Untersuchung 1985<\/span><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"contentgroup__body \"><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Das einfache Bauernhaus an der Steinstrasse 8 bildet mit dem benachbarten Geb\u00e4ude Steinstrasse 10 ein Ensemble. Bereits um 1400 ist der \u00e4lteste Teil des Hauses Nr. 8 als &#171;Eselschreis Hofstatt&#187; urkundlich nachgewiesen. Das Einwohnerverzeichnis von 1827 bezeichnete es als &#171;Armenstube&#187; von Wiedikon, in welcher zahlreiche Personen &#171;zum Teil mit viel Elend&#187; wohnten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Vor der Renovation war es m\u00f6glich, das Geb\u00e4ude zu untersuchen. In der \u00e4ltesten von drei erkennbaren Bauphasen bestand ein sogenannter Hochstud- oder Firstst\u00e4nderbau aus den Jahren 1488\/90, die zweite Phase brachte eine Erweiterung nach Norden, in der dritten wurde der ganze Dachstuhl ersetzt. Historisch ist das Haus in den Grundprotokollen zur\u00fcckzuverfolgen bis ins Jahr 1652, in einer \u00e4lteren Urkunde ist es sogar schon 1594 erw\u00e4hnt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Der \u00e4lteste Bau steht auf eichenen Grundschwellen. Seine m\u00e4chtigen St\u00e4nder aus Tannenholz f\u00fchrten an den L\u00e4ngsfassaden bis zum oberen Abschlussbalken unter der Dachkonstruktion (R\u00e4hm) und in der Mitte des Hauses bis zum Firstbalken. Die St\u00e4nder sind oder waren an ihrem oberen Ende mit den Bundbalken bzw. R\u00e4hmen durch angeblattete Kopfstreben verbunden. Von den Firstst\u00e4ndern ist nur noch jener erhalten, den man bei der Dachstuhlerneuerung auf der H\u00f6he des Bundbalkens abges\u00e4gt hat. Der zum St\u00e4nderbau geh\u00f6rige Dachstuhl trug wahrscheinlich ein eher flach geneigtes, sogenanntes T\u00e4tschdach mit Rafen. Dieser \u00e4lteste St\u00e4nderbau konnte durch die vorgenommene dendrochronologische Untersuchung in die Jahre 1488 bis 1490 datiert werden. Die W\u00e4nde des Wohnteils, d. h. der S\u00fcdh\u00e4lfte des Geb\u00e4udes, waren mit Bohlen ausgefacht, wie sie teilweise noch heute zu sehen sind. F\u00fcr die Scheunenw\u00e4nde sind Verbretterungen anzunehmen. Im Wohnteil lag offenbar in der Mitte des Hauses die K\u00fcche, auf beiden Seiten davon befanden sich Stube und Kammer. Die K\u00fcche wies eine offene Feuerstelle mit Kamin auf.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2115\" src=\"http:\/\/che.camegone.com\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/10\/d424f911-9f8e-467d-a82b-0b88af9c0aee.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/che.camegone.com\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/10\/d424f911-9f8e-467d-a82b-0b88af9c0aee.jpg 700w, https:\/\/che.camegone.com\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/10\/d424f911-9f8e-467d-a82b-0b88af9c0aee-300x225.jpg 300w, https:\/\/che.camegone.com\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2025\/10\/d424f911-9f8e-467d-a82b-0b88af9c0aee-16x12.jpg 16w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Einen ersten Umbau oder eine Sanierung nahm man an der Trennwand gegen die Scheune und an der Giebelfassade Nord vor. An Stelle wahrscheinlich durchgehender Bohlen setzte man je einen Zwischenst\u00e4nder und halb so lange Bohlen in die Wandfelder. Diese Zwischenst\u00e4nder konnten in die Jahre 1594\/95 datiert werden. Ob dieses Datum auch f\u00fcr den nachfolgend beschriebenen Anbau G\u00fcltigkeit hat, muss mangels eindeutigem Baubefund offen bleiben. Da das Zieglergewerbe in Wiedikon schon fr\u00fch Bedeutung erlangte und im Jahre 1600 ein Ziegler Kaspar Zurlinden als Gl\u00e4ubiger an diesem Haus erw\u00e4hnt ist, liegt die Vermutung nahe, das Dach sei schon in dieser Zeit mit Ziegeln und nicht nur mit Schindeln bedeckt gewesen. Die Verl\u00e4ngerung im Norden ist \u00e4hnlich in der Konstruktionsart wie der Altbau, aber ohne durchgehenden Firstst\u00e4nder. Sie wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert als weiterer Wohnteil errichtet. Die St\u00e4nder sind ebenfalls mit Kopfstreben versehen, und die W\u00e4nde bestanden aus Bohlen. Ein separat aufgesetzter, stehender Dachstuhl trug das flachgeneigte Rafendach. Auch in diesem Teil d\u00fcrften in der Mitte die K\u00fcche und an beiden L\u00e4ngsseiten die Wohnr\u00e4ume gelegen haben. In dieser Zeit, sicher seit der Mitte des 17. Jahrhunderts, geh\u00f6rte das Haus ganz oder teilweise f\u00fcr mehr als hundert Jahre Eigent\u00fcmern namens Wetzel. Eine 1654 vorgenommene Dreiteilung wurde erst 1892 wieder aufgehoben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">In sp\u00e4terer Zeit, aber kaum vor dem 18. Jahrhundert, wurde das ganze Dach erneuert. Dabei entfernte man die bestehenden Dachkonstruktionen bis auf den Dachboden und ersetzte die Balkenlage. Sie tr\u00e4gt seither den neu aufgerichteten stehenden Dachstuhl, der im Gegensatz zu seinen Vorg\u00e4ngern eingez\u00e4pfte Verstrebungen aufweist. Es handelt sich um ein Sparrendach mit Aufschieblingen und dem entsprechenden Knick in der Dachfl\u00e4che. Bei dieser Gelegenheit muss ein Kamin aufgesetzt worden sein, denn das Holzwerk ist kaum russgeschw\u00e4rzt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Im Verlaufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurden, teilweise wohl gleichzeitig mit dem Dachumbau, an verschiedenen Stellen im Haus Verbesserungen vorgenommen. Unter anderem ersetzte man die Bohlenw\u00e4nde durch Fachwerk und beliess es da und dort auch im Innern sichtbar. Sp\u00e4ter wurde verschiedentlich neu get\u00e4fert und ein Teil der Westfassade durch Mauerwerk ersetzt. Wann das geschah, wissen wir nicht. Das 20. Jahrhundert hinterliess seine Spuren vor allem im Sanit\u00e4rbereich durch den Einbau von Toiletten und modernen K\u00fcchen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Die gemeinn\u00fctzige Genossenschaft Heimat- und Ortsmuseum Wiedikon hatte die Absicht, das bauf\u00e4llige Geb\u00e4ude zu renovieren und darin nebst zwei Wohnungen ein Heimat- und Ortsmuseum einzurichten. Zur Finanzierung des Vorhabens gew\u00e4hrte die Stadt ein grundpfandversichertes, zinsloses Darlehen sowie weitere finanzielle Unterst\u00fctzung mit der Auflage, dass bei der Sanierung den berechtigten Forderungen der Denkmalpflege Rechnung getragen und das Haus unter Denkmalschutz gestellt werde. Das Umbau- und Renovationsvorhaben sollte m\u00f6glichst weitgehend die Substanz des Hauses erhalten und den bescheidenen Charakter und das \u00fcberlieferte \u00e4ussere Erscheinungsbild bewahren. Zwischen 1985 und 1987 wurden der Innenumbau und die sanfte Renovation in engem Einvernehmen mit der Denkmalpflege durchgef\u00fchrt. Die bestehenden Boden-, Wand- und Deckenverkleidungen wurden sorgf\u00e4ltig und abschnittweise demontiert, doch bei den darunterliegenden Bauteilen kamen zum Teil gravierende Sch\u00e4den zum Vorschein, so dass das Haus bis auf seine tragende Struktur ausgeweidet werden musste. Das ganze Geb\u00e4ude wies abgesehen von zwei kleinen Kellern keine Fundation auf, was eine nachtr\u00e4gliche, abschnittweise Unterfangung der Fassaden und Innenw\u00e4nde n\u00f6tig machte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">Im Bereich des Erdreichs waren die St\u00e4nder und Fussschwellen verfault und mussten ausgewechselt werden. Auch die Holzkonstruktionen des Fachwerks waren teilweise verfault und morsch, die Ausfachungen aus Bollen und Ziegelsteinen fielen heraus, und im Bereich der Kamine stellte man grosse Wassersch\u00e4den fest. Der r\u00fcckw\u00e4rtige Terrassenanbau gegen die Kollerwiese befand sich in einem derart schlechten Zustand, dass er neu erstellt werden musste, und auch ein Grossteil des gesamten Dachstuhls musste ersetzt werden. Bei der Sanierung der Fassaden versuchte man dem urspr\u00fcnglichen Aussehen des Baukomplexes gerecht zu werden und die verschiedenen Geb\u00e4udeteile gegeneinander abzusetzen. Der westliche Schopfanbau gegen die Kollerwiese bestand aus Holz und sollte daher auch diesen Eindruck bewahren. Aus diesem Grund wurde \u00fcber den unbrennbaren Isolationsplatten eine senkrechte Verbretterung angebracht. Dasselbe Vorgehen w\u00e4hlte man beim \u00f6stlichen Geb\u00e4udeteil, der urspr\u00fcnglich als h\u00f6lzerne Scheune erstellt worden war und dem sp\u00e4ter durch Einbau von Zimmern massive Bauteile zugef\u00fcgt worden waren. Auch dieser Hausteil ist heute, wenigstens strassenseitig, durch eine senkrechte Verbretterung als einst angebaute Scheune erkennbar.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"wysiwyg-font-size-18\"><span class=\"wysiwyg-color\">An der Nord- und Westfassade der eigentlichen Wohnteile kam nach Entfernung des Aussenputzes und der Verbretterung ein sch\u00f6nes Fachwerk zum Vorschein, das an diesen beiden Fassaden sichtbar belassen wurde. Seit 1986 stehen das \u00c4ussere des Geb\u00e4udes, seine konstruktive Geb\u00e4udestruktur, die urspr\u00fcnglichen Bohlenw\u00e4nde, die beiden urspr\u00fcnglichen Keller samt Lichternischen und der Vorgarten unter Denkmalschutz.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Informationen und Fotos stammen von der Website: ortsmuseum-wiedikon.ch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adresse: Steinstrasse 8, 8003 Z\u00fcrich Geschichte Bauarch\u00e4ologische Untersuchung 1985 Das einfache Bauernhaus an der Steinstrasse 8 bildet mit dem benachbarten Geb\u00e4ude Steinstrasse 10 ein Ensemble. Bereits um 1400 ist der \u00e4lteste Teil des Hauses Nr. 8 als &#171;Eselschreis Hofstatt&#187; urkundlich nachgewiesen. 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